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Echter Salbei (Salvia officinalis)

Eine dekorative und heilende Pflanze

Der Name Salvia kommt von salvare = heilen. Kaum eine andere Pflanze verbindet sein dekoratives Äußeres mit so einer starken Heil- und Würzkraft.
Es ist nicht verwunderlich, dass schon die Griechen und Römer den Salbei als wertvolle Arzneipflanze schätzten. Es wird angenommen, dass die ersten christlichen Missionare den Salbei über die Alpen zu uns brachten.

Botanik

Der echte Salbei ist ein 50 - 60 cm hoher stark verzweigter Halbstauch, dessen graugrüne Blätter an der Unterseite weißfilzig behaart sind. Die blauvioletten selten auch weißen Blüten entfalten sich von Juni bis August. An ihrer sichelförmigen hochgewölbten Oberlippe erkennt man die Zugehörigkeit zur Familie der Lippenblütler. Die Salbeiblüte hat einen speziellen Bestäubungsmechanismus den sogenannten Schlagbaummechanismus entwickelt.

Standort

Da der Salbei aus den Mittelmeerländern stammt, gedeiht er bei uns am besten an einem vollsonnigen, geschützten und warmen Platz. Der Boden sollte trocken und durchlässig sein, damit keine Staunässe entsteht. In raueren Gegenden ist im Winter eine Abdeckung mit Reisig sinnvoll.

Verwendete Teile

Die Haupternte zum Trocknen der Blätter ist vor der Blüte. Da der Salbei immergrün ist, können frische Blätter das ganze Jahr über geerntet werden.

Anwendung und Verwendung

Salbei ist durch die ätherischen Öle, Harze und Gerbstoffe eine vielseitig verwendbare Heil- und Gewürzpflanze. Sie wirkt gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum und hilft bei Erkältungen. Außerdem setzt der Salbei die Schweißabsonderung herab und beeinflusst Magen und Darm günstig.
Die Blätter würzen Fleisch und Geflügel. Auch in der italienischen Küche wird viel Salbei zum Grillen und Braten verwendet.

Anbau im Garten

Salbei lässt sich leicht durch Stecklingen oder durch Teilung im Frühjahr vermehren. Eine Aussaat im Glashaus aber auch in der Saatschale im Freien ist möglich. Die Keimdauer beträgt 14 - 30 Tage bei einer Temperatur von 18-24° C. Nach dem Pikieren soll man die jungen Pflänzchen einzeln in Töpfchen setzen und ab Ende April an einem sonnigen Standort auspflanzen.

Arten

Weltweit gibt es über 900 Salbeiarten. im Botanischen Garten der Universität Salzburg haben wir eine große Auswahl von ca. 40 Salbeiarten. Die Sammlung umfasst in unseren Breiten wild vorkommende Arten, aber auch ausländische großteils nicht winterharte Arten, die während des Winters ins Glashaus wandern.

Hier eine kleine Auswahl:

Ananassalbei Ananassalbei
Feuersalbei Feuersalbei
Salvia azurea Salvia azurea
Salvia buchananii Salvia buchananii
Salvia dorisiana Salvia dorisiana
Salvia dorisiana Salvia dorisiana
Buntschopfsalbei Buntschopfsalbei
Salvia greggii Salvia greggii
Salvia greggii Salvia greggii
Salvia palustris Salvia palustris
Salvia guaranitica Salvia guaranitica
Salvia guaranitica Salvia guaranitica
Salvia patens Salvia patens
Salvia ruberula Salvia ruberula
Salvia ruberula Salvia ruberula
Salvia microphylla Salvia microphylla
Salbei Salbei
Salbei Salbei

 

Einsatz in der Schule

Der Schlagbaum-Mechanismus

Salbeiblüte und Hummel

Die Bestäubung der zweilippigen Salbeiblüte ist etwas Besonderes. Man nennt diese spezielle Funktion der beiden Staubblätter "Schlagbaummechanismus".

Betrachten wir einmal die Salbeiblüte im Querschnitt. Sie besteht wie eine typische Lippenblüte aus einer Ober- und Unterlippe. Die zwei lang gebogenen Staubblätter liegen direkt unter der Oberlippe. Dahinter eingekeilt, ragt der Griffel mit seinen beiden Narbenspitzen vorne aus der Oberlippe heraus. Die Staubfäden sind mit einer Platte verbunden.

Setzt sich nun eine Hummel oder eine Biene auf die Platte, wird ein Hebelmechanismus in Gang gesetzt. Die Staubblätter senken sich herab und streifen den Blütenstaub auf den pelzigen Rücken des Insekts. Diesen Mechanismus vergleichen die Botaniker mit einem Schlagbaum (= Schranke an einer Grenze).

Beim Besuch der nächsten Blüte streift das Insekt den Pollen an der Narbe ab.

Wenn nun die Hummel oder Biene am Blütengrund eines Salbeis nach Nektar sucht, muss sie ein Hindernis bewältigen. Denn die beiden Platten versperren den Weg zum Nektar. Für Hummeln und Bienen ist das kein Problem. Kleineren Insekten bleibt der Weg zum Nektar jedoch versperrt, denn sie können den Mechanismus nicht betätigen.

Arbeitsblatt (pdf):
Teste den Schlagbaummechanismus

Arbeitsblatt (pdf):
Selbstgemachte Salbeibonbons

 

Fotos: Ulrike Unterbruner, Regina Kobler