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Die Tanne (Abies)

„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter.“ Die Tanne stellt bereits seit Jahrzehnten ein Symbol für Weihnachten dar. Jährlich werden rund 2,6 Millionen Christbäume in Österreich verkauft oder verschenkt.

Doch woher kommt diese Tradition?Weihnachtsbaum

Die Tanne wird bereits seit der frühen Neuzeit mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Die Geschichte des Weihnachtsbaums ist jedoch voller Mythen. Zum einen wird vermutet, dass die Tradition auf die Germanen zurückgeht. Sie bezeichneten die immergrünen Zweige der Tanne als Symbol für ewige Lebenskraft und Fruchtbarkeit. Zur Wintersonnenwende legten sie vor jedes Haus Tannenzweige.
Zum anderen konnte man herausfinden, dass die frühesten Belege von einem geschmückten Tannenbaum aus der städtischen Handwerkerschaft stammen. Hier wurden Tannen mit Nüssen, Käse, Äpfeln und anderen Früchten geschmückt und in Zunfthäuser gebracht. Die Handwerker und ihre Kinder durften vom Baum naschen. Später verlagerte sich diese Tradition in die Familien der wohlhabenden Stadtbürger. Sie schmückten die Tanne mit kostbaren Leckereien, Puppen aus Zucker und Marzipan, sowie vergoldeten Früchten. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts verbreitete sich diese Tradition in ganz Europa und die Tannen wurden erstmals mit Glaskugeln geschmückt.

 

Die Tanne aus botanischer Sicht

Die Tanne gehört zur Familie der Kieferngewächse (lat. Pinaceae). Sie ist immergrün und kommt vor allem in der nördlichen gemäßigten Zone und in Gebirgsregionen vor. Tannen können eine Wuchshöhe von bis zu 60 Metern erreichen und haben tiefe Wurzeln, die bis unter die Frostgrenze reichen. Tannen können 600 Jahre alt werden und zählen neben den Kiefern zu den artenreichsten Nadelbäumen mit zirka 50 Arten. Hier ein kleiner Auszug mit den bedeutendsten Tannenarten:

In Europa stößt man vorwiegend auf die Weiß- und Nordmann-Tanne, während es in Nordamerika häufig Edel-Tannen zu finden gibt.
Tannen stellen in Mischwäldern ideale ökologische Stabilisatoren dar. Sie bieten zahlreichen Tierarten, wie dem Tannenhäher (siehe Foto) und der Tannenmeise, Lebensraum.

 

Nadeln, Zapfen & SamenNadel

Im Gegensatz zu den Nadeln anderer Kieferngewächse sind die der Tanne nicht spitz, sondern flach, weich und mit einer wachsartigen Schicht überzogen. So verliert die Nadel wenig Wasser über Verdunstung. An der Unterseite kann man zwei weiße Stoma-Bereiche erkennen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zur Fichte ist, dass sie mit dem Fuß direkt an den Ästen sitzen. Die Nadeln werden 8-11 Jahre alt und sind in zwei Reihen angelegt.


Die Tanne gehört zu den Samenpflanzen. Ihre Zapfen sind einhäusig monözisch, das heißt der Baum trägt männliche und weibliche Zapfen. Die männlichen Blütenstände befinden sich im unteren Bereich des Baumes, die weiblichen im Gipfelbereich. So kann ausgeschlossen werden, dass eine Selbstbestäubung stattfindet.  Die Vermehrung erfolgt durch Windbestäubung. Die Tanne blüht von April bis Mai. Die männlichen Blütenstände sind gelblich und hängend. Ihre Pollen können im Wind weite Strecken überwinden und sind schwimmfähig. Weibliche Blütenstände sind zapfenförmig. Die Zapfen stehen im Gegensatz zur Fichte aufrecht am Zweig. Nach der Samenreife Ende September fallen nur die einzelnen Samen und Deckschuppen ab. Der Tannenzapfen ist etwa 10-15 cm groß und enthält etwa 50 keimfähige Samen.  

TannenzapfenTannenzapfen

Nutzung

In Europa werden Tannen zumeist zur Landschafts- und Gartengestaltung verwendet. Bei der Bepflanzung von Stadtparks spielen vor allem die Kolorado-Tanne und Edel-Tanne wesentliche Rolle, da nicht allzu empfindlich auf Luftverschmutzung reagieren. 
Das Holz der Tanne wird als Bauholz verwendet und bringt im Gegensatz zur Fichte jenen Vorteil mit, dass es frei von Harz ist. Ebenso wird die Tanne für die Papier- und Zellstoffherstellung benutzt. Und natürlich wie bereits erwähnt, die Tanne ist ein wichtiger Bestandteil unseres Weihnachtsfestes.


Tanne und Fichte im Unterricht

Wir bieten Ihnen eine PowerPoint-Präsentation mit der SchülerInnen lernen, wie man Tannen und Fichten unterscheiden kann. Dabei wird auf die Geschichte und Tradition des Weihnachtsbaumes eingegangen.

PowerPoint-Präsentation

Arbeitsblätter:
Tanne und FIchte: Infoblatt, Arbeitsblatt & Lösungsblatt
Christbaum: Infoblatt, Arbeitsblatt

Quellenverzeichnis der Arbeitsblätter

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Bei Bedarf bieten wir Ihnen gerne auch pptx-Versionen unserer Präsentationen zur weiteren Bearbeitung. Wenden Sie sich dafür einfach an ulrike.unterbruner@sbg.ac.at

 

Bildquellen:
Weihnachtsbaum: Christmas tree, von Lotus Head, CC BY-SA 3.0, 30.11.2017
Nadeln: Zweig der Nordmanns-Tanne (Abies nordmanniana): Unbehaart, harzlose Knospen, von Simon A. Eugster, CC BY-SA 3.0, 30.11.2017
Zapfen: Abies cone & bits, von MPF at the English language Wikipedia, CC BY-SA 3.0, 30.11.2017; Abies alba (habitat: Pieniny (Nowa Góra (Poland)), von Jerzy Opioła, CC BY-SA 4.0, 30.11.2017
Tannenhäher: Spotted Nutcracker Nucifraga caryocatactes, Kotka, Finland, von Jyrki Salmi, CC BY-SA 2.0, 30.11.2017