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Mongolische Rennmaus

Meriones unguiculatus

Rennmaus Rennmaus

Einige biologische Daten

Verwandtschaft und systematische Stellung:

Innerhalb der Ordnung der Nagetiere (Rodentia) gehört die Gattung Meriones zur Familie der Hamsterartigen (Cricetidae).

Vorkommen:

In der Mongolei und Nordostchina in trockenen, steinig-sandigen Biotopen mit Sommertemperaturen um 30°C. und Wintertemperaturen um -10°C. In manchen Gegenden ihres Vorkommensgebietes bewohnen mongolische Rennmäuse als Kulturfolger auch Getreidefelder und andere von Menschen bewirtschaftete Flächen.

Nahrung:

Im Sommer hauptsächlich Blätter verschiedener Pflanzen: im Winter Samen und Gräser, die in Vorratskammern gesammelt werden. Flüssigkeit wird vor allem über die Nahrung aufgenommen.

Körpermerkmale:

Die Tiere sind sandfarbig mit weißlich-hell abgesetzter Bauchseite. Der Schwanz ist dicht behaart. Körperlänge: 110 - 145 mm; Schwanzlänge: 74-112 mm; Gewicht im Durchschnitt: Männchen: 76,5 g, Weibchen: 66 g.

Alter:

Keine ganz genauen Angaben zu finden; auf jeden Fall können die Tiere mehr als 3 Jahre alt werden.

Fortpflanzung

Die Trächtigkeit dauert 22 - 29 Tage. Es werden zwischen 1 - 8 Jungtiere geboren, die für 21 -28 Tage gesäugt werden und mit ca. 3 Wochen die Selbständigkeit erlangen. Mit ca. 12 Wochen erreichen sie die Geschlechtsreife. Es können 5 bis 6 Würfe hintereinander erfolgen bevor eine Reproduktionspause eintritt.

Rennmaus mit Jungtieren

Lebensweise und Verhalten

Im Freiland leben die Rennmäuse in Kolonien, die wahrscheinlich aus Familiengruppen entstehen. In trockenem, sandigem Boden werden umfangreiche Gangsysteme, die in mehreren Stockwerken bis in 1,5 m Tiefe reichen können, gegraben. In diesem Gangsystem befinden sich die Nestkammer und in deren Nähe 1-2 Vorratskammern. Eine winterliche Aktivitätspause konnte nicht beobachtet werden. Rennmäuse können, angepasst vor allem an die sehr trockenen Winter in ihrer Heimat, lange ohne Aufnahme von reinem Wasser auskommen. Die Männchen markieren mit dem Sekret ihrer großen und gut sichtbaren Ventraldrüse das von ihnen bewohnte Territorium. Innerhalb der Familiengruppe gibt es kaum Aggressionen. Soziale Kontakte (gegenseitiges Beriechen, gemeinsames Ruhen im Nest, gegenseitige Fellpflege) sind sehr intensiv und treten häufig auf. Ein auffälliges Verhalten ist das "Fußtrommeln"; es tritt auf wenn die Tiere beunruhigt sind und wirkt aufmerksamkeitssteigernd bei den in der Nähe befindlichen Artgenossen, die diese Verhaltensweise dann ebenfalls ausführen.

Haltung, Zucht und Pflege

Behälterart, -größe und -einrichtung:

Die Grundfläche des Behälters für ein Paar sollte mindestens 50 x 30 cm groß sein. Wir benutzen Behälter aus glatt beschichteten Spanplatten (15 mm stark), die vorn mit einer Sichtscheibe versehen sind und einen mit Drahtgeflecht bespannten, abnehmbaren bzw. aufklappbaren Deckel besitzen. Die Skizzen zeigen die beiden von uns verwendeten Behälterarten. Für den Schuleinsatz hat sich die Behälterart 2 besonders gut bewährt, da man in der Wohnkammer des Kunstbaueinsatzes alle Phasen der Brutpflege und der Entwicklung der Jungtiere gut beobachten kann.

Rennmausbehälter

Rennmausbehälter:
Detailskizze oben: 1) Spannplatten; 2) Spanplattenschrauben
Detailskizze unten: 1) Aluschiene; 2) Glasscheibe

Rennmausbehälter mit Kunstbaueinsatz

Rennmausbehälter mit Kunstbaueinsatz
Die Gänge und Kammern des Kunstbaues lassen sich leicht aus dem weichen Gasbeton herausarbeiten.

Kunstbaueinsatz

Kunstbaueinsatz bestehend aus: 1) Gasbeton- (Ytong) Block; 2) Beschichtung mit einem braun abgefärbten Sand-Zement-Gemisch; 3) Versiegelung mit transparenter Betonfarbe.

Die Bodenbedeckung des Behälters sollte aus entstaubten Sägespänen (Tierhandlung) gemischt mit feinem Sand bestehen. Der Sand, der für eine artgerechte Fellpflege unerlässlich ist, kann aber auch in einer extra Wanne oder Schüssel geboten werden. In Behältern ohne Kustbaueinsatz sollte die Einstreu mindestens 30 cm hoch sein. Mit Steinen und Holzstücken, die vor dem Einfüllen der Einstreu am Boden platziert werden kann man Strukturen vorgeben, die es den Tieren erleichtern in dem lockeren Material selbst Baue zu graben. Einige größere Steine und Äste (fest aufliegend!) sowie ein Unterschlupf (große halbierte Kokosnuss, umgestülpter Blumentopf, Holzkistchen) vervollständigen die Einrichtung. Heu oder Holzwolle dient als Nistmaterial.

Besatz:

Ein Paar mit Jungtieren kann man ohne Schwierigkeiten in einem Behälter mit der Grundfläche von ca. 50 x 70 cm halten. Niemals sollte man eine Rennmaus allein halten!

Fütterung:

Das in Zoohandlungen erhältliche Rennmausfutter eignet sich gut als Grundnahrung. Zusätzlich füttert man mit Obst und Gemüse (z.B. Karotte, Salat, Apfel, etc.). Übriggebliebenes Obst und Gemüse muss entfernt werden. Wasser gibt man am besten aus einer Trinkflasche mit Metallnippel. Offene Wassergefäße werden schnell durch die Wühltätigkeit der Tiere verschmutzt. Stark fetthaltige Sämereien wie z.B. Sonnenblumenkerne sollte man nur sparsam verfüttern.

Reinigung:

Je nach Besatzdichte ca. alle 2 Wochen. Es wird die Einstreu gewechselt und der Behälter geputzt. Die Einrichtungsgegenstände sollten nur dann geputzt werden, wenn neue Tiere eingesetzt werden bzw. wenn sie sehr stark verschmutzt sind. Es werden so die Geruchsmarkierungen der Gruppenmitglieder auf den Gegenständen erhalten, und die Tiere fühlen sich trotz der Behälterreinigung schneller wieder "heimisch".

Umgang mit den Tieren:

Die Rennmäuse sind nicht scheu; sie kommen meist ohne Probleme auf die Hand und können dann aus dem Behälter genommen werden. Wenn man sie schnell fangen will, kann man sie auch an der Schwanzbasis (!) aufheben und dann mit untergehaltener Hand herausnehmen. Die Tiere beißen in der Regel nicht. Wie bei allen Tieren sollte man jedoch hastige Bewegungen und allzu unruhiges Verhalten vermeiden.

Bezugsquellen:

Rennmäuse werden im Zoofachhandel regelmäßig angeboten.

Einsatz im Unterricht:

Die Rennmäuse eignen sich wegen ihrer leichten Haltung und Pflege, ihrer Geselligkeit, ihrer Tagaktivität, ihrer Zahmheit und noch weiterer günstiger Eigenschaften ideal für den Einsatz im Biologieunterricht. Man kann sie in einem geeigneten Behälter für längere Zeit als Klassentiere im Klassenzimmer stehen lassen oder sie kurzzeitig für Beobachtungen und Experimente einsetzen. Hier einige Beispiele:

Unterlagen zu diesen und weiteren Möglichkeiten zum Einsatz der Rennmäuse im Unterricht sind im SBZ.

Literatur: