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Der große Schwarzkäfer

(Zophobas morio)

Großer Schwarzkäfer

Einige biologische Daten

Verwandschaft und systematische Stellung:

Zophobas morio gehört zur Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae). Diese Familie ist mit über 18.000 Arten eine der größten Käferfamilien. Es gehören zu dieser Gruppe auch einige bekanntere einheimische Käfer wie der Mehlkäfer, der Getreideschimmelkäfer oder der Totenkäfer.

Vorkommen:

In Süd- und Mittelamerika weit verbreitet.

Nahrung:

Am Boden liegendes Pflanzenmaterial wie Blätter, Früchte u.ä. Vor allem die Käfer fressen auch gern an Tierleichen.

Körpermerkmale:

Die Käfer erreichen eine Gesamtlänge von 3 bis 3,4cm. Der Kopf ist etwas länger als breit. Die gegliederten Fühler sind 7-8 mm lang und dünn. Die mattschwarzen ca.2 cm langen Deckflügel weisen Längsfurchen auf. Alle sichtbaren Körperteile sind schwarz gefärbt.

Fortpflanzung:

Aus den meist in Holzritzen abgelegten glasig weißen Eiern (1,2 - 1,4 mm lang) schlüpfen nach 8-12 Tagen die 2 - 2,5 mm langen gelben Larven. Innerhalb von 6 - 8 Wochen erreichen sie nach mehreren Häutungen ihre Endgröße von ca. 5,5 - 6 cm. Sie wiegen dann um 1,5 g. Die Verpuppung erfolgt nach weiteren 5 - 6 Wochen. Nach einer Puppenruhe von 2 1/2 - 3 1/2 Wochen schlüpfen die Käfer. Die ersten Paarungen kann man ca. 2 Wochen danach beobachten. Ihnen folgen in ca. 1-wöchigem Abstand die Eiablagen (20 - 60 Eier pro Gelege). Die Gesamteizahl für ein Weibchen liegt bei 400. Alle diese Angaben beziehen sich auf eine Haltung bei der Vorzugstemperatur von 27 - 29°C. Niedrigere Temperaturen verlangsamen die Entwicklung. Bei 18°C dauert die gesamte Entwicklung z.B. ca. 1 Jahr.

Lebensweise:

Über die Lebensweise der Käfer in ihrem natürlichen Lebensraum sind keine genauen Angaben zu finden. Aus den Gefangenschaftsbeobachtungen kann man aber schließen, dass diese Art ähnlich einer Reihe einheimischer Tenebrioniden in der oberen Bodenstreu sowie an mehr oder weniger stark verrottetem Holz lebt.

Haltungs- und Pflegehinweise

Behälterart und -größe:

Zur Zucht eignen sich prinzipiell alle feuchtigkeitsunempfindlichen Behälter mit glatten Wänden. Am geeignetsten für den Schuleinsatz sind jedoch durchsichtige Kunststoff- oder Glasbehälter ab einer Größe von ca. 30 x 20 x 20 cm (L/B/H), da sie die Beobachtung der Tiere erleichtern. Man kann die in Zoogeschäften erhältlichen Kunststoff- und Glasaquarien verwenden oder sich mit Silikonkleber (als Silikondichtmasse in Baumärkten erhältlich) selbst einen solchen Behälter herstellen. In einem Behälter der angegebenen Größe finden ca. 100 Käfer ihren Platz, wenn er entsprechend eingerichtet ist (s.u.). Holzbehälter sollten nicht verwendet werden, da die Larven das Holz annagen und so den Behälter mit der Zeit zerstören. Die Abdeckung des Behälters mit auf einen Rahmen aufgespanntem Fliegengitter macht ihn ausbruchsicher.
Die Beheizung des Behälters erfolgt entweder durch darüber angebrachte Glühbirnen bzw. Wärmestrahler (z.B. Elstein-Strahler aus einem Zoogeschäft bzw. Infrarotstrahler) oder durch unter dem Behälter angebrachte Heizmatten bzw. Heizkabel (im Zoohandel erhältlich). Auch die Aufstellung über einem Zentralheizkörper ist möglich. Mit einem Thermometer ist zu prüfen ob die Temperatur den Bedürfnissen der Tiere entspricht (s.u.). Beim Beheizen von Kunststoffbehältern ist Vorsicht geboten (Schmelzgefahr!).

Behältereinrichtung:

Beobachtungs- und Zuchtbehälter

Beobachtungs- und Zuchtbehälter mit Substrat für Larven, Aststück und Wärmelampe. Der Deckel ist mit Fliegengitter bespannt.

Die Behälter werden ca. 7 - 10 cm mit einem 1:1 Gemisch aus Sägespänen (nicht aus der Tischlerei sondern aus dem Zoogeschäft, da Tischlereiabfälle oft mit Giftstoffen aus Lacken, Leim u.ä. belastet sind) und ungedüngtem Torf gefüllt. Das Substrat wird leicht angefeuchtet. Man kann auch Walderde, Komposterde o.ä. verwenden, doch besteht dann die Gefahr, dass man sich unerwünschte "Untermieter" oder Krankheitserreger miteinschleppt. Zur Strukturierung des Behälters werden Aststücke und Stücke morschen Holzes eingebracht. Sie dienen den Käfern zum Klettern, Verbergen und zur Eiablage; das morsche Holz wird von den Larven auch angenagt und gefressen. Die verwendeten Holzstücke sollten längere Zeit getrocknet oder mit heißem Wasser überbrüht werden.

Besatz:

Man kann für den Schuleinsatz mit relativ kleinen Ansätzen beginnen (ca. 20 große Larven bzw. 10 - 20 Käfer) und dann je nach Bedarf die Zucht vergrößern.

Fütterung:

Nahrungsgrundlage können Obst, Gemüse, Salat (ungespritzt!) Blätter von Löwenzahn u.ä, pflanzliche Stoffe bilden. Auch Getreideprodukte wie Haferflocken, Kleie usw. werden gefressen. Eine bewährte Futtermischung lässt sich aus Haferflocken und Sojamehl (1:1) sowie etwas Hefe und Milchpulver herstellen. Dieses Gemisch wird angefeuchtet und kann dann gut portioniert werden. Holzmull wird von den Larven sehr gern gefressen. Vor allem die Käfer benötigen auch tierische Beikost, die man ihnen in Form von Hunde- bzw. Katzenfutter bieten kann. Auch Stücke rohen Fleisches werden gern gefressen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Nahrung nicht verdirbt (nicht zu reichlich füttern, Nahrungsreste entfernen!). Gibt man das Futter in einem Futterbehälter aus Drahtgeflecht so kann man bei guter Zugänglichkeit des Futters für die Larven doch eine ausreichende Kontrolle erreichen.

Zuchtbedingungen:

Eiablage-Platte

Eiablage-Platte
a) Schraube
b) Abstandshülse
c) Schraubmutter
d) Fliegengitter
e) Kork, Filz o. Stoff
f) Platte aus Holz, Glas o. PVC
g) Abstand 4mm

Wie oben schon angeführt liegt das Temperaturoptimum bei 27 - 29°C. Unter ca. 15°C stellt Zophobas die Reproduktion ein. Das Temperaturmaximum beträgt für die Larven ca. 32°C, für die Käfer ca. 37°C. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 60 % absinken, da dann die Schlupfrate nicht optimal ist. Der Bodengrund in dem sich die Larven aufhalten, sollte immer etwas feucht sein (nicht nass!). Man erreicht das durch regelmäßiges Besprühen. Bei zu starker Feuchtigkeit besteht die Gefahr des Schimmel- und Milbenbefalls bzw. der Bildung von Fäulnisherden. Die Käfer mögen kein helles Licht. Wenn möglich, sollte deshalb die Strahlungswärme mit Hilfe von Dunkelstrahlern (z.B. von der Firma Elstein) geboten werden. Bei der Verwendung von Glühbirnen sollten dunkle Stellen im Behälter vorhanden sein. Der Eiablage dienen die eingelegten Holzstücke; man kann aber auch zusätzlich Stofflappen bzw. eine Eiablageplatte (siehe Abb.) verwenden, die es ermöglichen die Eientwicklung und das Schlüpfen der Larven zu beobachten.

Behälterreinigung:

Je nach Besatzstärke erfolgt die Reinigung alle 3 - 6 Wochen. Man setzt die Käfer mit den Holzstücken in einen Eimer o.ä. und siebt dann das Substrat durch (Sieb mit ca. 3 - 4 mm Maschenweite). Was im Sieb hängenbleibt (große Larven, Holz- und Torfstücke) wird ebenfalls in den Eimer gegeben. Der Behälter wird dann ausgewaschen und wieder wie beschrieben gefüllt; Käfer Larven und Holzstücke werden wieder eingesetzt. Das Durchgesiebte wird ebenfalls aufgehoben und in einen zweiten Behälter gegeben, da sich kleinere Larven darin befinden. Sie werden auch weitergefüttert und nach ca. 3 - 4 Wochen kann man sie aussieben.

Bezugsquellen:

Zophobas gehören zum alltäglichen Angebot größerer Zoohandlungen. Die Larven werden als Futtertiere für Reptilien, Vogelspinnen, etc. verkauft.

Einsatz im Unterricht:

Der große Schwarzkäfer eignet sich sehr gut für die Schultierhaltung, da er groß und leicht beobachtbar ist. Er lässt sich ohne besonderen Aufwand über längere Zeit halten und pflegen. Die Betreuung kann nach einer kurzen Einführung von Schülern übernommen werden. Einige Beispiele sollen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zeigen:

Weitere Informationen über den Großen Schwarzkäfer können im SBZ eingeholt werden.

Literatur: