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Hintergrundwissen zum Thema Lawine

Definition, Ursachen und Auslöser

Lawinen sind große Massen von Schnee oder Eis, die sich von Hängen lösen und zu Tal stürzen. Sie lösen oft große Personen- oder Sachschaden aus und gehören deshalb zu den Naturkatastrophen.

Schneelawinen lösen sich nach starken Schneefällen oder durch die Erwärmung der Schneedecke. Sie gehen von steilen Hängen im Gebirge ab und stürzen mit meist hoher Geschwindigkeit zu Tal.

Die Ursachen liegen hauptsächlich im Aufbau der Schneedecke. Hier spielt das Wetter eine große Rolle. Es gibt Wetterlagen, die Lawinen begünstigen. Zu den Ursachen für Lawinen zählen demzufolge:

Der abgelagerte Schnee verändert durch Wettereinflüsse seine Beschaffenheit. Eine Schneedecke, die sich aus wenigen, gleichmäßigen Schichten aufbaut, ist in der Regel stabiler.

Ausgelöst werden Lawinen durch

Das Einzugsgebiet einer Lawine besteht aus einem Anbruchgebiet, der Sturzbahn und der Ablagerungszone. Als Nährgebiet wird jene Zone bezeichnet, in der Schnee aufgenommen wird. Dieser wird durch den Wind in mögliche Anbruchgebiete transportiert. Mögliche Anbruchgebiete besitzen eine Hangneigung zwischen 28° und 55°.

Nicht alle Lawinen sehen gleich aus. Es gibt verschiedene Typen von Lawinen, auf die hier aber nicht genauer eingegangen wird, weil sie auch für die Schülerinnen und Schüler nicht relevant sind. Die unterschiedlichen Lawinentypen haben aber unterschiedliche Eigenschaften und können auch unterschiedliche Geschwindigkeiten erreichen.

Schutzmaßnahmen

Zur Sicherung von Lawinenhängen werden Stahlschneebrücken und Lawinennetze eingesetzt. Diese verhindern die Gefahren vor Ort, weil Lawinen gar nicht erst abgehen können.

Stahlschneebrücke Lawinennetz

Stahlschneebrücken

mit freundlicher Genehmigung der Wildbach- und Lawinenverbauung Salzburg

Lawinennetz

mit freundlicher Genehmigung der Wildbach- und Lawinenverbauung Salzburg

Wurden Lawinen bereits ausgelöst, ist die Lenkung und Bremsung dieser erforderlich, um gröbere Schaden zu vermeiden. Diese erfolgt durch Erddämme, Lawinengalerien und Lawinenbrecher.

LawinengalerieLawinenbrecher

Ein Ziel ist es auch, die Oberflächenrauigkeit zu erhöhen und damit die Gefahr einzudämmen. Dazu werden Gleitschutzblöcke oder Erdterrassen genutzt.

Auch das Sperren von Gebieten kann im Ernstfall Schlimmeres verhindern. In manchen Fällen kommt es zur künstlichen gezielten Auslösung einer Lawine da dies besser steuerbar und vorhersehbarer ist.

Der natürliche Baumwuchs auf steilen Hängen stellt einen naturgegebenen Lawinenschutz dar (-> Schutzwald). Reine Fichtenbestände sollten auf Lawinenhängen vermieden werden, da die flachen Wurzeln von Fichten leicht ausgerissen werden können.

Schutzwald

Einzelne Wohngebäude können durch Erdkeile geschützt werden. Außerdem ist es möglich Gebäude lawinensicher zu bauen und zwar mit verstärkten Außenwänden, stabiler Dach und Gebäudekonstruktion und drucksichereren Fenstern.

Lawinenkeil

Lawinen-Gefahrenstufen

Die Lawinenwarnkommission bestehend aus Fachleuten beurteilt die Lawinengefahr auf lokaler Ebene. Die Lawinengefahr wird nach einer 5stufigen Skala angegeben. Die Lawinenwarndienste übernehmen die Aufgabe der Informationsübermittlung an die Bevölkerung.

Die folgende Tabelle zeigt die Lawinengefahrstufen bereits in der für Schülerinnen und Schüler aufbereiteten Form.

Gefahrenstufen

Weitere interessante Daten und Fakten

Schneelawinen fordern von allen alpinen Naturgefahren die meisten Menschenleben und haben somit ein hohes Katastrophenpotential (Seit 1950 mehr als 1600 in Ö).

1999 kam es im Paznauntal zu einer großen Katastrophe bei der 38 Menschen starben. Lawinen werden im Volksmund auch als der „Weiße Tod“ bezeichnet.

Die Zahl der Opfer im ungesicherten Gelände steigt stetig an, während sie in gesicherten Dauer-siedlungsgebieten abnimmt.

Der Klimawandel spielt auch eine Rolle für das häufigere Auftreten von Lawinen, da es stärkere Schneefälle in mittlerer und höherer Lage gibt.

Die Grundausbildung zum Lawinenhund bzw. Hundeführer dauert in etwa 2 Jahre. Nach ca. 30 Minuten Sucharbeit im Schnee bekommt der Hund Fieber und muss sich erholen. Nach nochmals 30 Minuten ist er aber wieder einsatzbereit. Man kann sich vorstellen, welche Anstrengung das Suchen nach Vermissten für den Hund bedeutet.

Quellen